Trampolinspringen: auf was zur Sicherheit geachtet werden muss

Nur noch wenige Wochen und dann steht die Gartentrampolin Saison wieder vor der Tür. Die ersten Sonnenstrahlen des Frühlings sind Anlass genug, um das Trampolin im Garten aufzustellen. Schließlich macht es Kindern unheimlich viel Spaß beim Trampolinspringen die Zeit zu verbringen. Besonders wenn es schön warm ist.

Gartentrampolin im Kleingarten
Die größeren Gartentrampoline sind für Kinder ab 6 bis 7 Jahren gut geeignet.

Dabei ist das Springen auf dem Trampolin nicht nur viel Spaß, sondern auch sehr gesund und förderlich für Ausdauer und die Koordination unserer Kinder. Und das Beste dabei: die Kinder merken nicht einmal das sie sich sportlich betätigen und sich bewegen. Denn es macht einfach viel Freude.

In diesem Beitrag will ich deshalb keinesfalls davon abraten. Ich möchte nur ein paar wichtige Dinge aufzählen, die für die Sicherheit der Kinder extrem wichtig sind. Wenn man diese einfachen Regeln einhält, dann ist das Trampolinspringen absolut sicher und kann ohne schlechtes Gewissen von den Eltern ermöglicht werden.

Viele Negativmeldungen in den meist kleineren, regionalen Medien führen oft zu der falschen Annahme, dass das Hüpfen auf dem Trampolin gefährlich ist. Das ist definitiv nicht der Fall. Zumindest nicht, wenn man sich ein paar einfache Grundregeln zurecht legt und auch durchzieht.

Leider beachten das viele Eltern überhaupt nicht und lassen mehrere Kinder direkt auf das Gartentrampolin zum Springen. Die Folge sind leichte und auch teilweise schwere Verletzungen, die dann sogar in Krankenhäusern behandelt werden müssen.

Kleinkinder gehören nicht aufs Gartentrampolin

HUDORA Kinder-Trampolin  für Kinder unter 6 Jahre

Gerade Kleinkinder sind davon oft betroffen. Diese gehören nicht auf ein Gartentrampolin. Unter 6-7 Jahren sollten Eltern auf ein spezielles Kindertrampolin zurückgreifen, wenn es denn das Trampolinspringen sein soll. Auf ein großes Trampolin im Garten gehören unter 6jährige definitiv nicht. Ich würde es abhängig von der Entwicklung des Kindes machen, ob man einen sechsjährigen, siebenjährigen oder achtjährigen erst auf ein großes Modell lässt.

Denn jüngere Kinder haben einfach noch nicht die Koordination, um auf einem guten Sprungtuch zu hüpfen. Denn die Sprünge sind teilweise durchaus hoch und die Geschwindigkeiten sind nicht gering. Verlieren Kleinkinder dann die Kontrolle, dann ist das ein Problem.

Nicht umsonst macht Unfallchirurg Christopher Spering bei einem Beitrag des NDR folgende Aussage: „Die koordinativen und motorischen Fähigkeiten der ganz jungen Kinder sind noch nicht ausgebildet und ihre Gelenke instabil„. Gerade beim Spielen von großen und kleinen Kindern zusammen auf einem Trampolin sind Zusammenstöße gefährlich. Und sie sind fast unvermeidlich.

Dem kann ich absolut nur zustimmen. Gerade bei Geschwistern mit größerem Altersunterschied ist das ziemlich unachtsam von den Eltern. Denn auf ein Trampolin gehört immer nur ein Kind. Da fragen sich die Eltern allerdings oft, warum Riesen-Trampoline mit über 4 m Durchmesser verkauft werden. Ganz einfach: weil es gekauft wird.

Aber Experten raten immer dazu nur ein Kind gleichzeitig springen zu lassen. Denn die häufigste Verletzungsursache auf den Gartentrampolinen sind Zusammenstöße von Kindern. Wenn die Köpfe zusammenstoßen bei Sprüngen, dann kann es richtig heftige Verletzungen geben.

Hauptursache für schwerere Verletzungen

Illustration Sicherheitsnetz beim Trampolin
Illustration: Die Höhe des Fangnetzes ist ganz entscheidend für die Sicherheit beim Springen.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) ist jede vierte Verletzung beim Trampolinspringen als schwer zu bezeichnen (mehr dazu). Darunter verstehen die Mediziner Brüche bei Armen, Beinen und der Wirbelsäule. Also richtig schwere Verletzungen. Zu den leichteren Blessuren gehören Prellungen, Verstauchungen des Sprunggelenks, Gehirnerschütterung und Verstauchungen am Hand- Kniegelenk.

Was dabei am gefährlichsten ist:

  • Wenn kein Sicherheitsnetz vorhanden ist und die Kinder vom Trampolin auf den Boden stürzen. Davor warne ich schon seit Jahren, denn meistens stehen die Trampoline irgendwo in der Nähe von Steinen, Wegen oder auch nur einem Zaun. Sehr gefährlich. Deshalb braucht man immer ein Sicherheitsnetz, auch wenn nur ein Kind auf dem Trampolin ist. Damit nimmt man das größte Risiko schon raus.
  • Beim Springen sind Stürze auf den Rand des Trampolins und die Stahlfedern ein großes Risiko. Auch davor warne ich auf meinem Blog schon lange. Gute Trampoline haben eine ordentlich befestigte Randabdeckung, mit einer dicken Polsterung. Diese schützen die Kinder bei einem Sturz auf den Rand des Trampolins. Hier ist nämlich der extrem stabile Metallrahmen. Und die Stahlfedern sind auch neben der Sprungmatte. Fällt ein Kind mit dem Kopf auf den Metallrahmen, dann kann das schwere Verletzungen zur Folge haben. Bitte setzen Sie niemals ein Trampolin ohne Randabdeckung ein. Kontrollieren Sie auch immer vor dem Springen, ob die Randabdeckung noch korrekt befestigt ist oder ob es offene Stellen gibt.
  • Das dritte große Problem sind Zusammenstöße von Kindern auf dem Sprungtuch. Denn obwohl es schon von Medizinern, Trampolinexperten und sogar vom TÜV gesagt wurde: Leider gibt es immer noch Eltern die es offenbar nicht kapiert haben. Es dürfen einfach nicht mehrere Kinder gleichzeitig auf das Trampolin. Und schon gar nicht zusammen mit Erwachsenen. Denn auch der Erwachsene kann mal die Kontrolle verlieren und kann das Kind schwer verletzen. Also: immer nur eine Person gleichzeitig auf das Sprungtuch lassen.

Da wären wir schon bei meinen Tipps um Unfälle auf dem Trampolin zu vermeiden. Diese leiten sich natürlich aus den drei großen Verursachern von Verletzungen ab, die ich gerade genannt habe.

Wie sie Unfälle auf dem Trampolin verhindern

Niemals ohne Sicherheitsnetz springen lassen
  1. Kinder frühestens ab dem sechsten Lebensjahr auf das Trampolin lassen. Ich würde sogar erst das siebte Lebensjahr empfehlen, aber das hängt natürlich von dem Entwicklungsstand ihres Nachwuchses ab.
  2. Immer ein Auge auf das Trampolin haben wenn mehrere Kinder da sind. Behalten sie das ganze einfach auch mal im Blick. Lassen Sie auf keinen Fall ihre Kinder mit den Freunden zum Gartentrampolin und lassen Sie diese ohne Aufsicht. Natürlich halten sich die Kinder nicht daran, dass nur ein Kind auf dem Trampolin sein sollte. Das können Sie sich sicher sein.
  3. Immer nur eine Person gleichzeitig auf dem Sprungtuch. Eine der wichtigsten Grundregeln beim Trampolinspringen ist immer nur eine Person auf dem Trampolin zu haben. Denn die meisten Verletzungen entstehen durch Zusammenstöße von Köpfen, Ellbogen gegen Kopf und ähnliches.
  4. Saltos sind nicht erlaubt. Gerade etwas ältere Kinder kommen schnell auf die Idee ihren Freunden was zu beweisen. Dann werden Saltos versucht und ähnliche Sprungeinlagen, die man auf YouTube gesehen hat. Bei Saltos können schwere Verletzungen an der Halswirbelsäule entstehen. Bitte auf keinen Fall zulassen, dass die Kinder Saltos versuchen.
  5. Möglichst in der Mitte des Sprungtuch springen. Das Risiko einer Verletzung sinkt auch, wenn das Kind sich möglichst in der Mitte des Sprungtuches aufhält. Ein Sturz auf den Rahmen ist trotz Abdeckung schmerzhaft. Vor allem wenn die Rahmenabdeckung nicht hundertprozentig gut das Metall abdeckt, dann wird es hier gefährlich.
  6. Rahmenabdeckung und Sicherheitsnetz überprüfen. Bevor ihr Kind auf das Trampolin geht, sollten Sie die Rahmenabdeckung und das Sicherheitsnetz kurz überprüfen. Bei der Abdeckung müssen Sie nur darauf achten, dass der Metallrahmen des Trampolins und die Federn hundertprozentig abgedeckt sind. Sie können auch kurz die Befestigung der Randabdeckung überprüfen. Beim Sicherheitsnetz sollte man schauen, dass keine Risse und Löcher drin sind. Außerdem muss das Kind den Eingang verschließen, wenn es auf das Trampolin gegangen ist.
  7. Kein Essen auf dem Trampolin. Klingt banal, ist aber wichtig. Denn wenn die Kinder beim Springen auf irgendetwas herumkauen, dann ist oft ein schwerer Biss in die Zunge die Folge. Das blutet dann und schmerzt.
  8. Keine Schuhe. Am besten ist es wenn man barfuß oder mit Socken auf einem Trampolin springt.
  9. Keine anderen Gegenstände auf dem Trampolin. Die Kinder sollten auch kein Spielzeug, wie zum Beispiel Fußbälle, auf dem Sprungtuch mit haben. Das erhöht auf jeden Fall das Risiko eines Unfalls.

Meine Meinung

Das Trampolinspringen ist eine tolle Beschäftigung für Kinder. Die koordinativen Fähigkeiten werden stark gesteigert. Außerdem ist es gut für die Ausdauer und macht einfach viel Spaß. Auch wenn es keinen Spaß macht sich über Unfälle Gedanken zu machen, so muss man eben die von mir genannten Grundregeln beachten. Dann hat man auch kein Sicherheitsrisiko. Ansonsten gibt es kaum eine bessere Sportart für Kinder. Denn Sport und Spaß in einem gibt es sonst nur relativ selten. Vor allem wenn man seine Kinder im Garten beaufsichtigen will.

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